idee

„Blind“ – gezeichnet

Erst der Mensch.
Meditative Konzentration auf das Wesen. Der nackte Körper ist ohne Schutz. 

Dann erst die Verbindung.  Wahrnehmung mit Augen. Sehen, einsehen, fühlen, einfühlen. Weiter bis zur Hand. Einfache Bewegungen, Rauf, runter, links, rechts, gerade geführt, zu Kurven gebogen. Ein einfacher Strich, mit weicher Kohle, Blei oder Ölstift. Ohne sich verlierende Kognitionsschleifen, schnörkellos.  Das Auge nicht wendend vom Motiv, immer direkt aufs Papier, keine Bewertung. Ohne Kontrolle.

Das Bild von Körper entsteht im Kontext, ist geprägt vom Usus, vom Klischee, von der Konvention der vielen Bilder, die jeden/jede, überall und immerfort berieseln. Permanentes Träufeln verdichtet sich zur Ästhetik. Notwendige Kritik und Distanz und vor allem Humor dringt schwer an die OBER-Fläche.

Scheuklappen aus Tabu und … Pornographie. Sich schämen der schönen Form, der Einzigartigkeit des Selbst mit allen Ausprägungen, Ausbuchtungen, Vorstehendem.

Meist verborgen, vorbehalten der Intimität.

Jetzt von unter dem Scheffel ins Licht gesetzt. In neuem Licht gesehen. Zart, vorsichtig, schön.

illuva